Standard


FEDERATION CYNOLOGIQUE INTERNATIONALE (AISBL)

 SECRETARIAT GENERAL: 13, Place Albert 1er B-6530 Thuin (Belgique)

 


28.11.2014 / DE

FCI-Standard Nr. 346

 

DOGO CANARIO

ÜBERSETZUNG: VDH

URSPRUNG: Spanien

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN  OFFIZIELLEN STANDARDS: 04.07.2011

VERWENDUNG: Wachhund für den Schutz von Rindern

KLASSIFIKATION FCI:

Gruppe 2: Schnauzer und Pinscher, Molosser und Schweizer Sennenhunde.
Sektion 2.1: Molosser, doggenartige Hunde.
Ohne Arbeitsprüfung

 

KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS: Der Dogo Canario ist ein Hund von molossoidem Typ, der ursprünglich von den Kanarischen Inseln Teneriffa und Gran Canaria stammt. Es wird angenommen, dass die Rasse aus Kreuzungen zwischen dem „majorero“, einem einheimischen Hund der Inseln und molossoiden Hunden, die auf die Kanaren gebracht wurden.

Aus diesen Kreuzungen entstanden Hunden vom Mastifftyp, mittelgroß, gestromt oder falbfarben mit weißen Flecken, mit molosserartiger Morphologie agil, kraft- und temperamentvoll, mit loyalem Charakter.

Während des 16. und 17. Jahrhunderts stieg die Zahl dieser Hunde stark an. Zahlreiche Erwähnungen existieren in historische Texten, insbesondere in den „Cedularios del Cabildo“ (kommunale Register), was durch die hauptsächlichen Aufgaben der Hunde als Wachhund von Vieh zu erklären ist.

 

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Mittelgroßer, molossoider Hund, mit geradem Profil und schwarzer  Maske. Robust und gut proportioniert.

 

WICHTIGE PROPORTIONEN: Die Körperlänge übertrifft die Widerristhöhe. Diese Charakteristik ist bei Hündinnen deutlicher sichtbar.

Das Verhältnis von Schädel zu Fang beträgt 60% – 40%. Die Breite des Schädels beträgt 3/5 der Gesamtlänge des Kopfes.

Der Abstand zwischen Ellenbogen und Boden soll 50 % der Widerristhöhe bei Rüden und etwas weniger bei Hündinnen betragen.

 

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN): Ruhige Erscheinung; aufmerksamer Blick.

Er ist insbesondere geeignet als Wachhund und wird traditionell für das Bewachen der Vieherden eingesetzt. Sein Temperament ist ausgeglichen und er ist sehr selbstsicher. Tiefes Bellen. Er ist gelehrig und fügsam bei den Mitgliedern seiner Familie mit starker Bindung an seinen Herrn, kann aber Fremden gegenüber misstrauisch sein. Selbstsicheres Verhalten, stattlich und etwas distanziert. Bei Aufmerksamkeit ist seine Haltung sicher und wachsam.

 

KOPF: Massiver, kompakter Kopf von brachyzephalem Typ, mit dicker Haut bedeckt. Seine Form ähnelt einem leicht verlängerten Würfel. Die oberen Begrenzungslinien von Oberkopf und Fang sind parallel oder leicht konvergierend.

 

OBERKOPF:

Schädel: In allen Richtungen leicht konvex. Das Stirnbein neigt dazu, flach zu sein. Die Breite des Schädels ist fast identisch mit der Länge.

Der Jochbogen ist ausgeprägt mit gut entwickelten, aber nicht ausgeprägten Backen- und Kiefermuskeln, und bedeckt mit loser Haut. Das Hinterhauptbein ist nur leicht ausgeprägt.

Stopp: Mäßig ausgeprägt. Die Stirnbeinfurche ist gut definiert und beträgt ungefähr 2/3 der Schädelgröße.

 

GESICHTSSCHÄDEL:

Nasenschwamm: Breit, schwarz pigmentiert in Übereinstimmung mit dem Fang. Die Nasenlöcher sind groß um eine gute Atmung zu ermöglichen.

Fang: Kürzer als der Schädel. Normalerweise ca. 40% der Gesamtlänge des Kopfes. Die Breite beträgt 2/3 des Schädels. Sehr breit an der Basis, verengt sich etwas zum Nasenschwamm. Der Nasenrücken ist flach und gerade, nicht gebogen.

Lefzen: Obere Lefzen hängend, aber nicht übermäßig. Von vorne gesehen bilden die oberen und unteren Lefzen ein um gekehrtes V. Lefzen leicht auseinander strebend. Die Innenseiten der Lefzen sind dunkel gefärbt.

Kiefer / Zähne: Scherengebiss oder leichter Vorbiss, max. 2 mm. Zangengebiss ist zugelassen, aber unerwünscht aufgrund der Abnutzung der Zähne. Der Zahnbogen ist an den Fangzähnen breit. Die Zähne sind kräftig, gut eingesetzt. Große Backenzähne, kleine Schneidezähne, Fangzähne gut entwickelt.

Augen: Leicht ovale Form, Mittel bis Groß, gut auseinander einsetzt, weder eingefallen noch hervorstehend. Die Augenlider sind schwarz pigmentiert und gut anliegend, niemals hängend. Die Farbe variiert von Dunkel- bis Mittelbraun, je nach Farbe des Haar kleides. Sie sollen niemals hell sein.

Ohren: Mittelgroß, gut auseinander angesetzt, mit kurzem, feinem Haar. Natürliches Hängeohr. Wenn gefaltet getragen, bilden sie ein Rosenohr. Etwas über der Augenlinie angesetzt. Ohren, die sehr hochangesetzt und eng zusammen stehen, sind untypisch. In den Ländern, in denen Kupieren noch erlaubt ist, müssen sie aufgerichtet getragen werden.

 

HALS: Etwas kürzer als die Kopflänge. An der unteren Halsseite ist die Haut lose und bildet eine leichte Wamme. Der Hals ist massiv, gerade, zylindrisch und muskulös.

 

KÖRPER: Lang, breit und tief.

Obere Profillinie: Gerade, ohne Deformation, von einer gut ausgeprägten, aber wenig sichtbaren Muskulatur gestützt. Leicht vom Widerrist zur Kruppe ansteigend. Die Kruppe liegt 1 – 2 cm höher als der Widerrist.

Kruppe: Mittlere Länge, breit und abgerundet. Sie darf nicht lang sein, da dieses die Bewegung beschränkt. Bei Hündinnen ist sie etwas breiter.

Brust: Von großer Kapazität mit gut ausgeprägten Brustmuskeln. Von vorne oder seitlich gesehen soll die Brust mindestens bis zu den Ellenbogen reichen. Der Brustumfang ist normalerweise gleich der Widerristhöhe plus 45%. Rippen gut gewölbt.

Untere Profillinie und Bauch: Leicht aufgezogen, aber niemals hängend. Flanken nur wenig betont.

 

RUTE: Der Ansatz ist breit und sie verjüngt sich zur Spitze. Bis zum Sprunggelenk reichend, aber nicht länger. Mittelhoch angesetzt. In der Bewegung hebt sie sich säbelförmig, ohne sich einzurollen oder sich zum Rücken zu biegen. In der Ruhe gerade hängend mit einer leichten Kurve an der Spitze.

 

GLIEDMASSEN:

 

VORDERHAND:

Schulter: Mit guter Neigung.

Oberarm: Gut gewinkelt, schräg.

Ellenbogen: Sie dürfen nicht an den Rippen anliegen, aber auch nicht nach außen gedreht sein.

Unterarm: Ausgewogen, gerade. Mit starken Knochen und guter Bemuskelung.

Vorderfuβwurzelgelenk: Sehr solide und etwas schräg.

Vorderpfoten: Katzenpfote mit abgerundeten Zehen, nicht zu eng beieinander stehend. Gut entwickelte, schwarze Ballen. Nägel dunkel, weiße Nägel sind nicht erwünscht, obwohl sie in Abhängigkeit zur Haarfarbe auftreten können.

 

HINTERHAND:

Allgemeines: Ausnahmslos von hinten gesehen kräftig und parallel.

Oberschenkel: Lang und muskulös.

Knie: Die Winkelung nicht sehr ausgeprägt, aber auch nicht zu wenig.

Hintermittelfuβ: Immer gut tiefgestellt.

Hinterpfoten: Etwas länger als die Vorderpfoten, ansonsten identisch.

 

GANGWERK: In der Bewegung ist der Dogo Canario agil und geschmeidig. Die Bewegung muss raumgreifend sein. Lange Schrittweite. Die Rute wird niedrig getragen und der Kopf wird nur wenig über der Rückenlinie getragen. Bei Aufmerksamkeit wird der Kopf und die Rute aufgerichtet getragen.

 

HAUT: Dick und elastisch. Loser am und um den Hals. Bei Aufmerksamkeit bilden sich am Kopf symmetrische Falten, die sich von der Stirnbeinfurche ausbreiten.

 

HAARKLEID:

Haar: Kurz, rau, gut anliegend ohne Unterwolle (kann am Hals und an den Rückseiten der Oberschenkel vorkommen). Fühlt sich harsch an. Sehr kurz und fein an den Ohren, etwas länger am Widerrist und an den Rückseiten der Oberschenkel.

Farbe: Gestromt in allen Schattierungen, von einem warmen Dunkelbraun bis zu sehr blassem Grau oder Blond. Alle Schattierungen von Falb- zu Sandfarben. Weiße Flecken werden auf der Brust, am Ansatz des Nackens oder der Kehle, Vorderpfoten und an den Zehen der Hinterhand akzeptiert, sollten aber so klein wie möglich sein.

Die Maske ist immer schwarz und soll die Augenhöhe nicht überschreiten.

 

GRÖSSE UND GEWICHT:

Widerrist: Rüden: 60 – 66 cm; Hündinnen: 56 - 62 cm.

Bei sehr typischen Exemplaren werden Abweichungen von +/- 2 cm geduldet.

Gewicht: Mindestgewicht: Rüden: 50 kg; Hündinnen: 40 kg.

Maximalgewicht: Rüden: 65 kg; Hündinnen: 55 kg.

 

FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss auf die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes zu beachten ist.

  • Zangengebiss

 

SCHWERE FEHLER:

  • Jeder Fehler gilt als schwer, wenn er den Typ oder Ausdruck des Hundes verändert
  • Falsche Kopfproportionen
  • Obere Begrenzungslinien von Oberkopf und Fang extrem konvergierend (Übermäßig betonter Stopp)
  • Identische Höhe von Kruppe und Widerrist.
  • Fehlerhafte Stellung der Gliedmaßen
  • Quadratisches Profil.
  • Dreieckiger oder schmaler, nicht würfelförmiger Kopf.
  • Dünne, geringelte oder deformierte Rute. Hoher Rutenansatz.
  • Karpfenrücken oder Senkrücken.
  • Helle Augen (Gelb). Augen sehr eng zusammen stehend oder schräg, hervorstehend oder tiefliegend.
  • Übermäßiger Vorbiss.
  • Fehlerhafte Maske
  • Fehlende Zähne (außer P 1)

 

AUSSCHLIESSENDE FEHLER:

  • Aggressive oder ängstliche Hunde.
  • Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.
  • Keine Pigmentierung des Nasenschwamms.
  • Unakzeptable weiße Markierungen.
  • Rückbiss.
  • Kruppe niedriger als Widerrist. Rückenlinie abfallend.
  • Blaue oder ungleiche Farbe der Augen.
  • Kupierte Rute.

 

N.B: Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

Zur Zucht sollen ausschließlich funktional und klinisch gesunde, rassetypische Hunde verwendet werden.

 

Die letzten Änderungen sind in Fettschrift.

 

 

Quelle: www.fci.be