Gesundheit


Rassespezifische Erkrankungen sind beim Dogo Canario nicht bekannt.

Es wäre aber sehr vermessen ja sogar unseriös zu behaupten, die Rasse sei rundum gesund. Wie bei vielen großwüchsigen Rassen kann es zu erblich bedingter Hüftgelenkdysplasie oder Ellbogendysplasie kommen, auch sind Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Epilepsie und Magendrehung bekannt.

 

Hüftgelenksdysplasie

Die Hüftgelenksdysplasie (kurz „HD“ genannt) ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Der Kopf des Oberschenkels liegt nicht richtig in der Gelenkpfanne der Hüfte (Inkongruenz) und die Bänder im Hüftgelenk sind locker. In deren Folge kommt es zu schmerzhaften Veränderungen im Gelenk, zu sogenannten Arthrosen. Die HD stellt mit die häufigste Erkrankung des Bewegungsapparates dar, egal ob Rassehund oder Mischling.

Die HD ist in erster Linie ein genetischer Fehler, also erbbedingter Ursache. Es zeichnen sind verschiedene Gene für die Ausbildung der HD verantwortlich. Eine weitere Ursache ist die falsche Ernährung (zu energiereiches und fettes Futter im Wachstumsalter) und falsche Haltung (zu hohe Beanspruchung wie Joggen, Rad fahren und lange Spaziergänge mit Welpen und Junghunden unter 12 Monaten) können die Entstehung und/oder das Fortschreiten der Krankheit begünstigen.

Die Untersuchung auf HD (Röntgenbild der Hüfte unter Vollnarkose) ist eine Pflichtuntersuchung die der VDH für die Zuchtzulassung des Dogo Canario verlangt. Vor Zuchteinsatz wird sie von einem geeigneten Tierarzt durchgeführt. Die offizielle Auswertung des HD-Befundes erfolgt durch die VDH-Auswertungsstelle, die darüber ein Gutachten erstellt. Die HD wird in fünf Grade eingeteilt, wobei die einzelnen Grade nochmals einer Feineinteilung unterliegen, die den Hang zum nächsten oder davor gelegenen Grad anzeigen. Zuchtzulassung erhalten Hunde mit dem Auswertungsergebnis HD A, B oder C. Zuchthunde mit HD C unterliegen einer Paarungseinschränkung und dürfen nur mit Partnern verpaart werden, die mit HD A oder HD B ausgewertet sind.

Die Verpaarung zweier HD-freier Hunde ist keine Garantie für HD-freien Nachwuchs. Da sich die HD über mehrere Gene vererbt und dazu noch rezessiv vorkommt (es sind verborgene Gene die sich unterdrücken lassen und somit die HD-Merkmalsausprägung  phänotypisch nicht sichtbar ist), können auch hier HD belastete Nachkommen dabei sein.

 

Ellbogendysplasie

Die Ellbogendysplasie (kurz „ED“ genannt) ist ein chronisch verlaufender Krankheitskomplex des Ellbogengelenks schnellwüchsiger Hunderassen. Die ED stellt eine vererbte Entwicklungsstörung des wachsenden Skeletts dar und ist nicht heilbar. Hohes Körpermassewachstum, Fütterungsfehler (zu gehaltvolle Nahrung) sowie Überanstrengung durch zu lange Spaziergänge, Treppensteigen oder Fahrrad fahren sind weitere begünstigende (prädisponierende) Faktoren. Die ED beginnt in der späten Wachstumsphase bei vier bis acht Monate alten Jungtieren mit einer schmerzhaften Veränderung des Gelenks und der gelenkbildenden Knochenteile (Osteoarthrose) mit Lahmheit.

Unter ED werden verschiedene Erkrankungen des Ellbogengelenks zusammengefasst:

FPC: Abbruch eines kleinen Stückchens der Gelenkfläche der Elle (Kronfortsatz)

OCD: Knorpelablösung am innen liegenden Rollhöcker des Oberarmknochens

IPA: Ablösung des Ellenbogenfortsatzes der Elle

MCD: Gleichzeitiges Auftreten von Knorpel-Knochenschäden am inneren Kronfortsatz und der gegenüberliegenden Gelenkfläche des innen liegenden Rollhöcker des Oberarmknochens

Die Untersuchung auf ED (Röntgenbilder der Elle in gebeugter und gestreckter Position) gehört noch nicht zur Pflichtuntersuchung des VDH zur Zuchtzulassung des Dogo Canario. Die Überprüfung ist freiwillig. Eine gewünschte, offizielle ED-Auswertung erfolgt ebenfalls durch den VDH-Gutachter, das Ergebnis wird in die Ahnentafel eingetragen.

Die Gradeinteilung der Ellbogendysplasie reicht von Grad 0 (frei/normal) bis Grad I – III (milde, moderate bis schwere Arthrose).

Hunde mit ED müssen wegen der Vererbbarkeit von der Zucht ausgeschlossen werden.

 

Epilepsie

Epileptische Anfälle beruhen auf plötzlich auftretende Funktionsstörungen des Gehirns, die durch exzessive elektrische Entladungen verursacht werden und zumeist einige Sekunden bis zu wenigen Minuten dauern. Man unterscheidet zwei Arten von Epilepsie.

Die primäre Epilepsie wird auch als echte oder idiopathische Epilepsie bezeichnet. Sie ist genetisch bedingt. Die Ursache der primären Epilepsie ist unklar, pathologische Veränderungen sind nicht nachweisbar. Die primäre/echte Epilepsie ist zwar eine angeborene Krankheit, erste Anfälle zeigen sich jedoch frühestens bei 8 – 12 Monate alten Tieren. Bei einem Hund mit häufig langen und heftig andauernden Anfällen spricht man von status epilepticus – der tödlich enden kann.

Die andere Form wird die sekundäre Epilepsie, die symptomatische oder erworbene Epilepsie genannt. Sie kann unterschiedliche Ursachen haben und entsteht als Folge von anderen Erkrankungen wie: Gehirnentzündung oder Gehirntumor, Kopfverletzung, Infektion (bei Staupe und/auch als Impferkrankung), Vergiftung, Blutzucker- oder Kalziummangel. Die sekundäre Epilepsie ist jedoch eher selten.

Das Institut CRNS in Frankreich arbeitet an einer Studie über Epilepsie des Dogo Canario. Verantwortungsbewusste Züchter erhalten über diese Datenbank umfangreiche Informationen.

 

Magendrehung

Die Magendrehung ist ein lebensbedrohlicher Notfall, ohne sofortige Operation führt sie innerhalb weniger Stunden zum Tod. Das Überleben hängt davon ab wie schnell die Magendrehung erkannt und operiert wird.

Bei der Magendrehung dreht sich der Magen des Hundes um die eigene Achse. Dabei werden abgehende und ankommende Blutgefäße sowie Magen Ein- und Ausgang (Darm und Speiseröhre) abgeschnürt und unterbrochen. Das abschnüren der Blutbahnen ist besonders schlimm für den Kreislauf des Hundes, das schnell zu einem Kollaps führt. Durch die verschlossenen Magenöffnungen kommt es zum aufgasen des Magens, der Hund wirkt aufgebläht und bekommt einen harten Bauch.

Eine Magendrehung kann bei jeder Hunderasse vorkommen, bildet aber typischerweise ein Problem bei großen und Riesenrassen. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Magendrehung steigt mit zunehmendem Alter, wobei sie zwischen dem 7. und 10. Lebensjahr am höchsten ist.

 

Infektionskrankheiten

Seit dem 18. Jahrhundert sind Impfungen das Mittel der Wahl zum Schutz vor bakteriellen und viralen Infektionskrankheiten. Aber wie alles im Leben, besitzen auch Impfungen nicht nur Vorteile, sondern auch gewisse Risiken. So können Impfungen in sehr seltenen Fällen Nebenwirkungen verursachen. Ein völlig risikofreier Impfstoff existiert nicht. Jedoch ist der Nutzen einer Impfung zweifelsfrei wesentlich größer als das damit verbundene Risiko. Ohne ausreichenden Impfschutz laufen unsere Hund Gefahr, sich mit einer von zahlreichen schweren bis lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten anzustecken.

Generell werden für Hunde Impfungen gegen Staupe, HCC (Hepatitis, ansteckende Leberentzündung), Parvovirose und Leptospirose empfohlen. Die Tollwutimpfung ist eine Pflichtimpfung. Je nach den Lebensumständen des Tieres und der aktuellen Seuchenlage kann es zusätzlich sinnvoll sein, gegen Babesiose, auch „Hundemalaria“ genannt, Borreliose, Coronavirusinfektion (eine Darminfektion) und Zwingerhusten zu impfen.

 

Entwurmung

Würmer und andere Parasiten gefährden nicht nur die Gesundheit Ihres Hundes. Viele von ihnen sind auch auf den Menschen übertragbar und können unangenehme oder sogar lebensbedrohliche Erkrankungen verursachen.

Daher verlangen führende Parasitologen seit langem, jeden Hund mindestens 4 Mal im Jahr zu entwurmen. Welpen und besonders gefährdete Tiere, z.B. Jagdhunde, sogar deutlich häufiger. Es empfiehlt sich Hunde in der 2., 4., 6., 8. und 10. Lebenswoche, danach alle 3 Monate zu entwurmen.

 

Unsere Hunde werden tierärztliche versorgt durch: